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Sprache bildet Wirklichkeit ab und damit auch gesellschaftlichen Wandel. Kaum ein Thema illustriert das so deutlich wie die weibliche Emanzipation. Stefanie Unger untersucht diese Entwicklung im Spanischen. Ihre Dar­stellung des Wandels der rechtlichen und gesellschaft­lichen Stellung der Frau im 20. Jahrhundert umfasst die Rolle von Politik und Kirche ebenso wie die der feministischen Bewegungen. Wie sich diese Entwicklung im spanischen Wortschatz äußert, zeigen Veränderungen im Gebrauch kultur­relevanter Termini wie Personen- und Berufsbezeichnungen in der Tagespresse. Die Autorin benennt Schwierig­keiten, die sich daraus für die Übersetzung historischer und aktueller Texte ergeben, und diskutiert Lösungs­varianten. Ihr besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Gebrauch einer geschlechtergerechten Sprache in der Sprachmittlung.
Stefanie Unger hat am IALT der Universität Leipzig Dolmetschen studiert, Fachübersetzen gelehrt sowie als Dolmetscherin und Übersetzerin für Spanisch, Englisch, Schwedisch und Französisch im In- und Ausland gearbeitet. Derzeit unterrichtet sie Deutsch/Kommunikation/Fachsprache. Ihr Forschungsinteresse gilt vor allem dem geschlechtergerechten Sprachgebrauch.