Gefahren akademischer Freiheit
In der Frühen Neuzeit konnte ein Student frei über sein Leben innerhalb und außerhalb des Hörsaals bestimmen. Diese Freiheit barg jedoch vielerlei Gefahren. Wer den Aufbau eines Studiums und die sozialen Regeln an der Universität nicht verstand, der konnte leicht scheitern. Um dies zu verhindern, entstand ab den 1670er Jahren eine Ratgeberliteratur, deren Autoren vor dem Missbrauch der "Studentenfreiheit" warnten und ihren Lesern erklärten, wie man richtig studierte. Die Studie rekonstruiert die sozialen, ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen eines Universitätsbesuchs im 18. Jahrhundert. Sie wertet die Ratschläge für ein erfolgreiches Studium aus und erklärt das Verschwinden dieser Quellengattung um 1800, als mit dem Aufkommen von verbindlichen Studienplänen, Zeugnissen und "akademischen Gesetzen" eine Disziplinierung der Studenten ohne Ratgeberliteratur möglich wurde.
Johan Lange hat Geschichte und Germanistik in Heidelberg und Paris studiert. Von 2010 bis 2013 lehrte und forschte er in Heidelberg als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit. Von 2013 bis 2016 war er als wissenschaftlicher Koordinator des Deutschen Historischen Instituts Paris tätig. Mit der Dissertation "Die Gefahren der akademischen Freiheit. Ratgeberliteratur für Studenten im Zeitalter der Aufklärung (1670-1820)" wurde er im Sommersemester 2016 an der Philosophischen Fakultät in Heidelberg promoviert. Neben der Universitäts- und Bildungsgeschichte gelten seine Forschungsinteressen der politischen Ideengeschichte der Frühen Neuzeit und der Rezeption der Französischen Revolution in Deutschland.
In der Frühen Neuzeit konnte ein Student frei über sein Leben innerhalb und außerhalb des Hörsaals bestimmen. Diese Freiheit barg jedoch vielerlei Gefahren. Wer den Aufbau eines Studiums und die sozialen Regeln an der Universität nicht verstand, der konnte leicht scheitern. Um dies zu verhindern, entstand ab den 1670er Jahren eine Ratgeberliteratur, deren Autoren vor dem Missbrauch der "Studentenfreiheit" warnten und ihren Lesern erklärten, wie man richtig studierte. Die Studie rekonstruiert die sozialen, ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen eines Universitätsbesuchs im 18. Jahrhundert. Sie wertet die Ratschläge für ein erfolgreiches Studium aus und erklärt das Verschwinden dieser Quellengattung um 1800, als mit dem Aufkommen von verbindlichen Studienplänen, Zeugnissen und "akademischen Gesetzen" eine Disziplinierung der Studenten ohne Ratgeberliteratur möglich wurde.